Chomutov und Umgebung
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Chomutov (334 m ü. M., Fluss Chomutovka). Die Königsstadt Chomutov liegt am Fuße des Erzgebirges, nicht weit von der Grenze mit Deutschland entfernt.
Die Anfänge der Stadt Chomutov reichen ins 10. oder 11. Jahrhundert zurück, als an der wichtigen Straße von Leipzig nach Prag eine kleine slawische Siedlung entstand. Die ersten geschichtlichen Erwähnungen von Chomutov sind aus dem Jahre 1252 erhalten geblieben, als Bedřich Načeradec von Chomutov die Stadt dem Deutschen Orden schenkte. In seinem Eigentum entwickelte sich die Stadt zu einer bedeutenden nordböhmischen Stadt mit dem Sitz des ländlichen Ordensverwalters (Komtur). Im Jahre 1605, am Tag des heiligen Jiří (hl. Georg), bezahlte die Stadt die letzte Rate und erkaufte sich damit die Freiheit von der Leibeigenschaft. Sie wurde zu einer königlichen Stadt. Zur Erinnerung an diese Ereignisse findet regelmäßig, jedes Jahr am Wochenende nach dem Namenstag des Heiligen Jiří, das große Stadtfest von Chomutov statt, dessen Hauptteil das mittelalterliche Städtchen mit mehr als 50 Handwerkern, Ritterturnieren auf Pferden, Musikanten und Gauklern ist.
Chomutov ist ein bedeutendes Zentrum wertvoller Kulturdenkmäler. Der Stadtkern hat sich das mittelalterliche Gesicht, das typisch für eine ehemalige Markstadt ist, bewahrt. Der Platz des 1.Mai ist vor allem wegen der Bürgerhäuser mit ihren Arkaden interessant. Die wertvollste historische Sehenswürdigkeit von Chomutov ist die Kirche der heiligen Katharina, die eine der ältesten frühgotischen Bauwerke in Europa ist. Sie wurde als Klosterkirche des Deutschen Ordens nach dem Jahre 1252 an der Stelle der herrschaftlichen Kirche gebaut. In die Gegenwart hat sich auch das Kreuzschiff und Presbyterium aus der Mitte des 13. Jahrhunderts erhalten. Sie wurde später zu einem Renaissance-Schloss - das heutige Rathaus - umgebaut. Auf dem Gelände des Rathauses befinden sich die Ausstellungsräume des Heimatmuseums. Zu der früheren gotischen Kirche Maria - Himmelfahrt aus dem Jahre 1516 wurde im Jahre 1525 ein Stadtturm - die Dominante der Stadt - gebaut. Er wurde mehrmals umgebaut, zum letzten Mal im Jahre 1874 im neugotischen Stil. In Dart ihm befindet sich eine Ausstellung, die sich der Stadtgeschichte widmet. Das Jesuiten-Areal bildet die Frühbarockkirche des Heiligen Ignaz mit seiner 2-türmigen nördlichen Stirnseite (es wurde von dem Italiener C. Lurago in den Jahren 1663-1668 erbaut); weiter das Objekt Špejchar - die erste Jesuitenkirche aus dem 1611 - heute die Stadtgalerie; das ehemalige Studentenwohnheim der Jesuiten (heute das Kulturzentrum, Bibliothek) und Jesuitengymnasium (in der Gegenwart eine Dauerausstellung des Regionalmuseums).
Chomutov kann nicht nur mit seinen historischen Reichtümern prahlen, die Besucher werden nämlich während des ganzen Jahres vom Zoopark unter dem Erzgebirge - der größte Zoopark in der Tschechischen Republik - angelockt. In einer einzigartig aufgeteilten natürlichen Umgebung, auf der Fläche von fast 120 ha, werden über 130 Tierarten gehalten. Es wird auch die Möglichkeit für Rundfahrten in der ersten Euro-Safari in der Tschechischen Republik angeboten. Im Sommer ist der größte Magnet für die Gäste der Stadt das Erholungsgelände Alaunsee. Es handelt sich um den einzigen See dieser Art auf der Welt. Er entstand durch einen Wassereinbruch in einem Bergwerk. Die Zusammensetzung des Wassers schließt jedes organische Leben, außer dem von Einzellern, aus. Der menschlichen Gesundheit ist dieses Wasser sehr zuträglich. Eine weitere bedeutende Erholungszone, die direkt an den Stadtausbau anschließt, ist der Naturpark Bezruč-Tal, das das tiefste, längste aber auch schönste Tal des Erzgebirges ist.